Immobilie im Alter: behalten, verkaufen oder vermieten?
Wenn Sie zwischen 55 und 70 Jahre alt sind, kennen Sie diese Situation vielleicht gut: Die Kinder sind ausgezogen, das Haus wirkt plötzlich gross, und der Unterhalt braucht Kraft, Zeit und Geld. Gleichzeitig hängen viele Erinnerungen an Ihrem Zuhause. Ihre Lebensphase verändert den Raumbedarf. Die Wohnfläche, die früher selbstverständlich war, kann heute Belastung oder Luxus sein.
Die gute Nachricht: Es gibt mehrere gleichwertige Wege. Entscheidend ist, wie Ihre Immobilie zu Ihrer Lebensqualität beiträgt. Ein neutraler Blick schützt vor Überforderung und hilft, Prioritäten klar zu sehen. Unsere Entscheidungshilfe zum Herunterladen kann Ihnen einen ersten Überblick dazu verschaffen.
Im Folgenden finden Sie die drei wichtigsten Optionen, ergänzt mit anschaulichen Beispielen aus dem Alltag.
Option 1: Immobilie behalten
Viel Platz oder viel Aufwand
Ein grosser Garten, ein Atelier, ein Hobbyraum oder viel Stauraum bieten Freiheit. Diese Flächen können jedoch zur Herausforderung werden.
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Familie Schmid aus Männedorf lebt seit fast dreissig Jahren in ihrem Einfamilienhaus. Der Garten war früher voller Leben. Heute fällt das Rasenmähen schwer und die Hecke wächst schneller als die Energie dafür, sie zu schneiden. Gleichzeitig lieben die Schmids ihr grosses Wohnzimmer mit Blick auf den See. Sie behalten das Haus, geben jedoch die Gartenpflege an einen Gärtner ab
Alltagskomfort überprüfen
Mit der Zeit verändern sich Ihre Mobilität und Gewohnheiten. Kleine Details können Ihren Alltag erleichtern oder erschweren.
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Herr und Frau Lutz merken, dass die Einkaufsmöglichkeiten weit entfernt sind und die Kellertreppe zunehmend mühsam wird. Das Haus gefällt ihnen, die täglichen Wege brauchen jedoch mehr Kraft als früher.
Typische Fragen aus der Praxis
- Wie gut bewältige ich Treppen und Wege
- Wer übernimmt Garten und Winterdienst
- Welche Sanierungen stehen an
- Lässt sich das Badezimmer oder der Eingang barriereärmer gestalten
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Nach einer Knieoperation merkt Frau Hungerbühler, dass die Badewanne ohne Einstiegshilfe zur Gefahr wird. Eine kleine Sanierung löst das Problem und macht das Leben im Haus wieder angenehm.
Option 2: Vermieten
Entlastung oder zusätzlicher Aufwand
Eine Vermietung kann die Kosten decken und gleichzeitig Ihren Besitz erhalten.
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Ein Paar aus Winterthur zieht in eine zentralere Wohnung. Das frühere Reihenhaus möchten sie behalten, weil es später an die Kinder gehen soll. Sie vermieten an eine junge Familie. Die Einnahmen decken Hypothek und Unterhalt. Allerdings melden sich die Mieter bei jedem kleineren Defekt. Das Paar stellt fest, dass es eine Verwaltung braucht, um entlastet zu bleiben.
Wie viel Verantwortung bleibt
Eine Vermietung bringt weiterhin Aufgaben.
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Ein alleinstehender Eigentümer in Thalwil vermietet sein Haus und erkennt schnell, dass Nebenkostenabrechnungen und Reparaturen mehr Zeit benötigen als erwartet. Er löst das Problem, indem er eine professionelle Verwaltung engagiert und bleibt dadurch flexibel.
Emotionale Bindung oder Flexibilität
Manche tun sich schwer mit dem Gedanken, Fremde ins eigene Zuhause ziehen zu lassen.
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Frau Steiner möchte ihr Haus nicht verkaufen, weil sie an den Rosen im Garten hängt, die ihr Mann einst gepflegt hat. Vermieten fühlt sich für sie richtig an, weil das Haus weiterhin genutzt wird und sie die Option behält, eines Tages zurückzukehren.
Option 3: Verkaufen
Wohnen wo es besser passt
Ein Verkauf eröffnet Ihnen neue Wohnformen, die Ihren heutigen Bedürfnissen entsprechen.
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Ein Ehepaar aus Baden verkauft das grosse Haus und zieht in eine moderne 3.5-Zimmer-Wohnung mit Lift. Geschäfte, Ärzte und ÖV sind zu Fuss erreichbar. Sie sagen rückblickend, dass der Alltag heute leichter ist als je zuvor
Nähe zur Familie
Viele Eigentümer wünschen sich kürzere Wege zu Kindern oder Enkeln.
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Eine Eigentümerin aus Meilen verkauft ihre Wohnung und zieht nach Bern, um näher bei den Enkeln zu sein. Sie spart täglich zwei Stunden Wegzeit und ist nun regelmässig beim Abholen aus der Kita dabei.
Alltagsvereinfachung
Ein Verkauf reduziert Verantwortung und schafft finanzielle Freiheit.
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Herr Arni verkauft sein Einfamilienhaus nach Jahren, in denen er sich um diverse Sanierungen kümmern musste und zieht in eine Wohnung mit Hauswartservice. Er empfindet die Entlastung als befreiend und nutzt das frei gewordene Vermögen für Reisen und Rücklagen.
Nachfrageentwicklung
Der Markt für Bestandsimmobilien bleibt stabil. Viele Familien suchen weiterhin Häuser mit Platz, Garten und guter Lage.
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Ein Ehepaar in einer Randgemeinde von Zürich verkauft ein Einfamilienhaus aus den 80er Jahren. Trotz älterer Küche und Ölheizung gibt es genug Interessentinnen und Interessenten. Grund ist das grosse Grundstück und die ruhige Lage.
Wie sich der Markt für Bestandsobjekte verändert
Käufer achten stärker auf Energieeffizienz und Renovationskosten.
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Ein Haus mit moderner Wärmepumpe verkauft sich schneller und zu einem besseren Preis als ein ähnliches Objekt mit Ölfeuerung.
Was Käufer aktuell suchen
- gute Lagen mit ÖV und Infrastruktur
- solide Bausubstanz
- helle, funktionale Grundrisse
- Potenzial für Modernisierungen
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Eine junge Familie entscheidet sich für ein älteres Haus, weil Sie es nach Ihren Ideen umbauen können und der Garten ideal für Kinder ist.
Entscheidungshilfe: Behalten, vermieten oder verkaufen
Beantworten Sie sieben Fragen und gewichten Sie diese neutral nach Ihrer Einschätzung.
Unsere Entscheidungshilfe berechnet das Resultat mit einer Empfehlung, ob behalten, vermieten oder verkaufen für Sie im Alter eine realistische Option darstellt.
Diese Entscheidungshilfe gibt Ihnen einen ersten Ansatz, ersetzt aber nicht eine individuelle fachliche Beratung.